Die Impressionisten. Monet, Morisot, Renoir und ihr Netzwerk
Wie wurde aus einer kleinen Gruppe junger Künstlerinnen und Künstler, deren Malerei zunächst auf Ablehnung stieß, die vielleicht populärste Kunstrichtung der Moderne? Zum zehnjährigen Bestehen des Museums Barberini erzählt die große Jubiläumsausstellung Die Impressionisten. Monet, Morisot, Renoir und ihr Netzwerk die Geschichte des Impressionismus neu: als Geschichte von Freundschaften und Förderern, mutigen Sammlerinnen und Sammlern, einflussreichen Kunsthändlern und Kritikern – und von persönlichen Beziehungen, die eine künstlerische Revolution von Paris in die Welt trugen.
Die Jubiläumsausstellung ist zugleich eine Summe der Arbeit des Museums Barberini seit seiner Eröffnung 2017. Ausgehend von der Sammlung Hasso Plattner hat sich das Haus in den vergangenen zehn Jahren intensiv dem Impressionismus gewidmet – mit international besetzten Ausstellungen, wissenschaftlichen Symposien und gewichtigen Publikationen. Zum Jubiläum kommen nun Leihgaben aus vielen Museen, mit denen das Barberini in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet hat, in einer Ausstellung zusammen.
Mäel Dugerdil, Genf
Gustave Caillebotte, Le Pont de l'Europe, 1876
Association des Amis du Petit Palais, Genf
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage: Was musste geschehen, damit aus einer neuen Art zu malen eine internationale Bewegung werden konnte? Die Antwort gibt die Ausstellung nicht als kunsthistorische Chronologie, sondern in zehn Geschichten. Ausgangspunkt ist jeweils ein Gemälde aus der Sammlung Hasso Plattner. Von dort folgt die Ausstellung den Menschen, die mit diesem Bild verbunden waren: den Künstlern, die es schufen, den Freunden, mit denen sie ihre Ideen entwickelten, den Sammlern, die früh an sie glaubten, den Händlern, die einen Markt für die neue Kunst schufen, und den Kritikern und Ausstellungsmachern, die sie bekannt machten. Die Provenienz eines Gemäldes wird so zur Erzählspur. Sie kann von einem französischen Schloss über eine Pariser Galerie und eine amerikanische Privatsammlung bis in ein Museum der Gegenwart führen – und dabei zeigen, wie der Impressionismus Schritt für Schritt die Welt eroberte.
Sammlung Hasso Plattner
Pierre-Auguste Renoir: Waldweg, 1874–1877
Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen
Claude Monet, Kathedrale von Rouen, 1894
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Die Geschichten der Ausstellung zeigen, dass Kunstgeschichte nicht allein im Atelier geschrieben wird. Der Impressionismus setzte sich durch, weil Künstler zusammenarbeiteten, weil Sammler Risiken eingingen, weil Händler neue Märkte erschlossen und weil einzelne Menschen Bilder von Paris nach Chicago, Berlin, London oder New York brachten. Diese Verbindung von Meisterwerken und menschlichen Geschichten prägt die Jubiläumsausstellung. Sie ermöglicht Begegnungen nicht nur mit Monet, Morisot, Renoir, Manet, Caillebotte, Cassatt oder Sisley, sondern auch mit den Menschen hinter der Erfolgsgeschichte des Impressionismus.
Heritage Images / akg-images / Fine Art Images
Winnaretta Singer, Selbstportrait, 1885
Foundation Singer-Polignac
Mehr als 100 Meisterwerke sind anlässlich der Ausstellung in Potsdam zu sehen. Darunter sind bedeutende Gemälde wie Claude Monets Bazille und Camille (1865, National Gallery of Art, Washington), Die Terrasse in Vétheuil (1881, Privatsammlung, Schweiz), Kathedrale von Rouen (1894, Klassik Stiftung Weimar), Sommer (1874, Alte Nationalgalerie) und Quai du Louvre (1867, Kunstmuseum Den Haag), Werke von Berthe Morisot wie Das Dampfschiff (1875, Privatsammlung) und Sonnenuntergang über dem See im Bois de Boulogne (1894, Privatsammlung) und selten gezeigte Gemälde von Édouard Manet wie Junge in den Blumen (1876, National Museum of Western Art, Tokio) und Portrait von Berthe Morisot liegend (1873, Musée Marmottan Monet, Paris). Gustave Caillebottes Schlüsselwerk Pont de l’Europe (1876, Association des Amis du Petit Palais, Genf) ist ebenso in Potsdam zu Gast wie Pierre-Auguste Renoirs Die Bucht von Neapel (1881, Metropolitan Museum of Art, New York) und Paul Cézannes Stillleben mit Äpfeln in Schale (1879–1882, Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen).
Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen/Ole Haupt
Paul Cezanne, Stillleben mit Äpfeln in Schale, 1879–1882
Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen
Claude Monet: Getreideschober, 1890
Heritage Images/Heritage Art/akg-images
Pierre-Auguste Renoir, Die Bucht von Neapel, 1881
The Metropolitan Museum of Art, New York, Nachlass Julia W. Emmons, 1956
Claude Monet, Felsblöcke von Belle-Île, 1886
Kasser Mochary Collection
Zu den weiteren Leihgebern gehören das Art Institute of Chicago, das Clark Art Institute, Williamstown, das Tokyo Fuji Art Museum, das Musée des Impressionismes Giverny, das Musée d’Orsay in Paris, das Belvedere in Wien, das Kröller-Müller Museum in Otterlo, das Kunsthaus Zürich, das Museum Ordrupgaard bei Kopenhagen und die Royal Academy of Arts in London. Einen Schwerpunkt bildet Claude Monet: Inklusive der Gemälde Monets in der Sammlung Hasso Plattner sind während der Ausstellung 61 Werke des Künstlers im Museum Barberini zu sehen.
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